Kleine Insektenkunde

Sie leben zu Abermillionen direkt unter uns. Doch wie gut kennen wir sie eigentlich? Insekten werden oft als lästige Flattertiere verkannt, obwohl sie einen viel besseren Ruf verdient hätten. Wussten Sie denn bereits Folgendes über die in Deutschland heimischen Insekten?

Das eindeutigste Merkmal gleich zu Beginn: Alle Insekten haben sechs Beine. Darüber hinaus haben die meisten Insekten Flügel – entweder zwei oder vier Stück. Allerdings gibt es einige, die ihre Flügel wieder verlieren, wie bspw. die Ameisenkönigin.
Insekten durchlaufen verschiedene Entwicklungsstadien: So wird etwa aus einer Raupe, nachdem sie sich verpuppt hat, ein Schmetterling oder aus einer Wildbienenlarve, ebenfalls durch Verpuppung, eine Wildbiene.
In jedem Entwicklungsstadium benötigen Insekten unterschiedliche Pflanzen und Lebensräume. Schmetterlings-Raupen fressen zum Beispiel meist Blattgrün. Die Raupen des Schwalbenschwanzes halten sich hierbei etwa an Fenchel, Dill oder Wilde Möhre. Bei den Raupen des Zitronenfalters hingegen sind die Hauptnahrungspflanzen der Faulbaum und Kreuzdorn. Der entfaltete Schmetterling bevorzugt bei der Nektar-Suche wiederum andere Gewächse. Derartige Abhängigkeiten zwischen Tier und Pflanze kann man vor allem bei Insekten häufig beobachten.
Unter den Insekten gibt es Allesfresser (Generalisten) wie die Honigbiene und Feinschmecker (Spezialisten) wie die Glockenblumen-Scherenbiene, die unbedingt Glockenblumen zur Aufzucht ihrer Jungen braucht.
Viele erwachsenen Insekten nutzen den Nektar als „Flugbenzin“. Dafür werden auch gerne Zierpflanzen angeflogen, wie Lavendel oder der bekannte Schmetterlingsflieder. Allerdings werden diese Tiere nie im eigenen Garten ein Zuhause finden, wenn es nicht auch die passenden Pflanzen für den Nachwuchs gibt. Der Nachwuchs von vielen Insekten ist wählerisch, so fressen etwa die Larven der Natternkopf-Mauerbienen nur den Pollen vom Natternkopf. Gibt es diese Pflanze im Garten nicht, kommt die Biene nur zur Durchreise vorbei, um am Lavendel zu naschen und sucht sich einen besseren Ort für die Eiablage.
Aber wie viele Insektenarten gibt es nun überhaupt bei uns? In Deutschland leben, dem NABU-Insektentrainer zufolge, über 30.000 Insektenarten, darunter 3.620 Schmetterlingsarten, 6.500 Arten an Käfern sowie rund 9.330 Arten Hautflügler (wie die Honigbiene, Wildbienen, Wespen und Ameisen).

Unterschied Honigbiene – Wildbienen

In Deutschland leben 580 Bienenarten, von diesen ist eine die Honigbiene und alle anderen sind Wildbienen
Honigbienen sind gezüchtete Nutztiere, die ohne Hilfe des Imkers nicht lange überlebensfähig sind
Honigbienenvölker können 20.000 bis 80.000 Tieren umfassen – deren Völker sind damit erheblich größer als die der Wildbienen, welche maximal mehrere Hundert Tiere groß sind
Bei den meisten Wildbienenarten (etwa 400) handelt es sich jedoch um Solitärbienen (alleinlebende Bienen)
Alle Wildbienen sind reine Vegetarier
Honig- und Wildbienen können unter Umständen in Nahrungskonkurrenz zueinander stehen
Honigbienen fliegen mehrere Kilometer weite Radien um ihr Nest auf der Suche nach Nektar und Pollen – Wildbienen fliegen hingegen meist nur 300 bis maximal 1.500 Meter weit
Wildbienen sind besonders wichtige Bestäuber von Wild- und Nutzpflanzen. Honigbienen hingegen werden vor allem für die Bestäubung der Nutzpflanzen in der konventionellen Landwirtschaft und für die Honigproduktion geschätzt
In Monokultur-Arealen fehlen die Lebensbedingungen für Wildbienen meist völlig

Eine wissenschaftliche Studie aus dem Jahr 2017 kommt leider zu dem Ergebnis, dass zwischen 1989 und 2016 über 75 Prozent der Gesamtmasse an Fluginsekten aus Deutschland verschwunden sind (vgl. ‚Krefelder Studie‘). Angesichts der enormen ökologischen Bedeutung von Insekten – man denke an deren Bestäubungsleistungen oder an die Vielzahl von Vogelarten, denen sie als Nahrung dienen – ist dieses Artensterben überaus alarmierend.
Wer mehr über Insekten erfahren und sein Wissen testen möchte, kann hierfür den Insektentrainer des NABU nutzen. https://insektentrainer.nabu.de/

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